Alle Sättel sind gleich gut, doch Brooks Sättel sind gleicher


„Gleicher“, das bedeutet ähnlich, doch besser. Weshalb Ledersättel besser sind als ihre Kunststoff-Pendants und was es für Unterschiede innerhalb der Sättel aus Leder gibt, soll nun einmal übersichtlich veranschaulicht werden.

Das Material

Tierhaut, die gegerbt wird, wird zu einem relativ zähen und festen Stoff. Das Besondere dabei ist, dass die Eigenschaften, welche für Häute typisch sind, weitestgehend beibehalten werden. Somit bleibt die faserige Struktur erhalten, sodass der Stoff atmungsaktiv, aber Wasser undurchlässig ist.

Des Weiteren haben die unterschiedlichen Lederarten verschiedene Eigenschaften in den Bereichen Dichte, Zugfestigkeit, Dehnbarkeit und Bruchfestigkeit. Diese Merkmale geben unter anderem die Qualität an, sodass verschiedene Leder eine höhere Qualität besitzen und somit langlebiger, hübscher und angenehmer sind. Es zeigt sich also, dass einige Ledertypen „gleicher“ sind.

Das Kernleder

Das beste Leder ist das Kernleder (core leather), da es die besten Werte in den Eigenschaften erzielt. Bei diesem handelt es sich um Rindsleder, das bei der Herstellung pflanzlich und nicht chemisch gegerbt wurde und zusätzlich sehr wenig gefettet wurde, sodass der Fettgehalt nach Fertigstellung ca. 4 – 10 % beträgt. Stoffe diesen Leders sind 2,5 mm dick und erhalten deshalb die Bestplätze in Dichte und Zugfestigkeit.

Die größte Besonderheit des Kernleders, aus der auch die guten Werte in Bruchfestigkeit und Dehnbarkeit resultiert, ist die Art des verwendeten Leders. Dadurch, dass es zwei verschiedene Schichten einer Haut gibt, entstehen Unterschiede in der Qualität, auch wenn das Leder vom selben Tier stammt. Für Kernleder wird zum größten Teil die Schicht verwendet, welche am Tier nach oben zeigt. Minderwertigeres Leder, wie beispielsweise Spaltleder, wird aus der Hautschicht erzeugt, welche am Tier war, sodass dieses Leder gröber und brüchiger ist.

Das Kernleder kann ungefärbt bleiben und leicht- oder durchgefärbt verwendet werden. Die Farbe hat keinen Einfluss auf die Eigenschaften des Leders.

Fahrradsättel, welche aus diesem feinen und hochwertigen Leder bestehen, können oftmals ein Leben lang verwendet werden. Bei richtiger Pflege und Behandlung weisen diese Fahrradsitze eine starke Widerständigkeit und somit eine lange Lebensdauer auf. Eine Besonderheit für den Besitzer eines solchen Sattels ist die Einfahrzeit. So müssen diese handgefertigten Sättel eine für den jeweiligen Sattel bestimmte Zeit eingefahren werden, um sich perfekt an das Gesäß des Besitzers anzupassen.

Die Firma Brooks legt noch heute Wert auf qualitativ hochwertige Sättel, die in der gleichen Tradition wie die ersten produziert werden. Es kommt ausschließlich dieses edle Leder zum Einsatz. Diese Fahrradsättel aus Leder sind die unangefochtenen Spitzenreiter unter den Fahrradsitzen.

Der große Unterschied

Wird im Gegensatz zum beschriebenen hochwertigen Ledersattel ein minderwertiger Kunststoffsattel betrachtet, wird schnell ersichtlich, weshalb sich ein guter Sattel aus Kernleder keiner Konkurrenz erwehren muss. Schließlich werden Kunststoffsattel aus meist nicht-atmungsaktiven Stoffen erzeugt, die zwar das Wasser abweisen, sich jedoch nicht an das Gesäß des Besitzers anpassen können.

Zudem sind diese einfachen Sattel sehr anfällig für Risse oder Brüche. Dazu weisen sie bei größerer Belastung eine schlechte Dehnbarkeit auf. Die Dichte dieser Sättel ist meist sehr gering, sodass Verschleiß selbst bei guter Pflege zwingend eintritt. Deshalb wird ein Kunststoffsattel bei häufiger Benutzung kaum älter als ein paar Jahre, Nachkaufen ist somit vorprogrammiert.